Zwei Urgesteine bei ELTEN: Fanta & Rich

  • 86 Jahre (bei) ELTEN

    Fanta & Rich

    Bastian Linsen, 27.10.2016

Zwei Brüder, eine Leidenschaft

Zusammen kommen sie auf 86 Jahre ELTEN: Die Brüder Valentin, genannt Fanta, und Richard, genannt Rich, Hülsen haben unseren Aufstieg vom regionalen Produzenten zum international erfolgreichen Hersteller von Sicherheitsschuhen über Jahrzehnte miterlebt und mitgeprägt. Heute arbeiten sie in unserer Finish-Abteilung. Wir haben Fanta und Rich getroffen und mit ihnen über ihre Anfänge bei Elten, über ihre Arbeit im Wandel der Zeit, über Betriebsfeiern und Trikottausch mit den Kollegen gesprochen.

Die Schicht in der Finish-Abteilung von ELTEN nähert sich dem Ende, das Soll ist eigentlich schon erreicht. Doch Rich ist noch nicht im Feierabend-Modus. Stattdessen greift er sich den nächsten Sicherheitsschuh, begutachtet ihn kurz und beginnt dann, das überschüssige Latex mit der elektrischen Bürste zu entfernen. An den Stellen, die er mit der Bürste nicht erreicht, nimmt er eine Schere zur Hilfe und kratzt das Latex aus den Fugen. „Der Schuh muss sauber sein. Das ist mein Job, deswegen bin ich ziemlich pingelig“, sagt Rich und schaut zu seinem Bruder Fanta herüber. Der hat gerade den nächsten Rollwagen mit Sicherheitsschuhen herangezogen und räumt nun Paar für Paar in die hängenden Regale. Die drehen sich automatisch weiter, sodass Fantas Kollegen an der nächsten Station der Finish-Kette die Sicherheitsschuhe später in Kartons packen können. So kommen die Schuhe dann in den Handel und zu den Kunden. Ohne Mitarbeiter wie Fanta und Rich würde die Auslieferung ziemlich schnell ins Stocken geraten.

Fanta & Rich haben das Unternehmen mitgeprägt

Wer die Brüder bei der Arbeit beobachtet, der spürt sofort: Hier sind zwei mit ganzem Herzen und mit viel Spaß bei der Sache. Und das obwohl – oder gerade weil – die beiden schon seit über 40 Jahren bei ELTEN arbeiten. Fanta und Rich gehören zum Inventar, sind Urgesteine und Originale. Durch ihre Arbeit haben sie geholfen, das Familienunternehmen ELTEN zu dem zu machen, was es heute ist, nämlich einer der führenden Hersteller von Sicherheitsschuhen weltweit.

Dabei hat sie damals niemand so richtig gefragt, was sie nach der Schule machen wollten. Es waren eben andere Zeiten damals, im Jahr 1972. Deutschland war gerade Europameister geworden und Rich hatte die Schule beendet. „Unsere beiden Schwestern arbeiteten schon bei van Elten und da hat unsere Mutter gefragt, ob nicht auch wir Jungs in der Schuhfabrik anfangen könnten“, erinnert sich Fanta. Da saßen die Jungs also mit ihrer Mutter im Büro des damaligen Chefs Eugen van Elten. Und der antwortete mit einer Gegenfrage: „Wann wollt Ihr anfangen? Montag? Oder Dienstag?“ Noch waren Ferien, danach ging’s los für Rich. Fanta stieg zwei Jahre später ein.

„Hier anzufangen, das war der richtige Schritt“, sagt Rich, und Fanta nickt.

Immer mit dem Herzen dabei

In ihrem Berufsleben haben sie so gut wie alle Aufgaben erledigt, die in der Produktion anfallen: steppen, Schuhe aufsetzen, strichern, kleben oder säubern. Vieles, was heute Maschinen machen, erledigten sie in den Anfangsjahren noch mit der Hand. Fanta ist wegen seiner großen Erfahrung heute Springer: Er kommt immer da zum Einsatz, wo gerade Not am Mann ist. Rich kümmert sich vorwiegend darum, das Latex von den Sicherheitsschuhen zu entfernen und sie sauber zu machen. Worauf sie Wert legen bei ihrer Arbeit? „Ich gebe immer mein Bestes und möchte meine Arbeit gut machen“, sagt Rich. Und natürlich schaut man als alter Hase auch immer nach rechts und links, ob bei den jüngeren Kollegen alles klappt. „Das sitzt eben drin“, sagt Fanta.

Der Geist von ELTEN

Es herrscht ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl in einem Familienunternehmen. Unter den Kollegen. Aber auch zwischen den Chefs und den Angestellten. „Wenn einer mal private Probleme hat, kann er immer zu den Chefs gehen. Deren Tür steht für uns Mitarbeiter offen. Das war früher bei Eugen van Elten so und ist heute bei Heiner van Elten nicht anders“, beschreibt Fanta diesen besonderen Geist. Der ist auch bei den Betriebsausflügen und -festen zu spüren. „Super Essen, reichlich Trinken und tolle Stimmung – die Betriebsfeste und Ausflüge sind immer super“, sind sich die Brüder einig. Manchmal geht es dabei auch so hoch her, dass man alles andere vergisst.

Zwei Fußballexperten unter sich

Ein großes Thema unter den Kollegen ist, natürlich, der Fußball. Fanta hat es da schwer, er ist nämlich Fan vom VfB Stuttgart. Und das, obwohl er aus einer königblauen Familie kommt. Mutter Schalke, Vater Schalke, Rich Schalke. Wie kommt man denn da zum VfB? „Es muss 1968 oder 1970 gewesen sein, da hab ich als kleiner Bub den VfB spielen sehen. Da war ich hin und weg und seitdem bin ich Stuttgart-Fan.“ In der Abstiegssaison hatte er nicht viel zu lachen, aber der Fan als solcher ist ja leidensfähig.

Ungeliebter Trikottausch unter Kollegen

Aber auch Rich hat’s als Schalke-Fan – seit 43 Jahren hält er den Knappen die Treue – nicht immer leicht. Besonders, wenn es am Wochenende eine Niederlage im Derby gesetzt hat, ist montags die Arbeit mit den Dortmund-Fans unter den Kollegen kein Zuckerschlecken. Mit Giovanni, seinem schwarz-gelben Kollegen, geht Rich vor den Derbys immer eine ganz besondere Wette ein, wie Ihr im Video erfahrt.

Schuhe für den Chef

Den größten Teil ihres Arbeitslebens haben Fanta und Rich hinter sich. Rich muss noch zweieinhalb Jahre arbeiten bis zum Vorruhestand, Fanta hat noch sechs oder sieben Jahre vor sich. Langweilig wird ihnen nicht werden, wenn sie dann im Ruhestand sind. Es ist ja immer was zu tun im und ums Haus herum. Was sie sich für die Zukunft von ELTEN wünschen? „Auf jeden Fall alles Gute, und dass es nochmal 100 Jahre weiter geht, aber ohne uns.“

Eine letzte Frage haben uns die beiden Urgesteine noch beanntwortet: „Wem würdet Ihr gerne ein Paar Schuhe herstellen?“ Die Antwort – nicht abgesprochen – zeugt von Verbundenheit. Wir von ELTEN sagen: Danke, Fanta und Rich!


25. Oktober 2016 / von Bastian Linsen