Wenn es um die Performance geht

  • Marie-Line Finé

    Wenn es um die Performance geht

    Christoph Nordmann, 25.04.2018

Keine Kaffeefahrt für die Nerven – Performanceoptimierung.

Marie-Line Finé ist Datenanalytikerin im Team RING POLICE. Die 28-jährige hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und lebt ihren Traum. Mit dem Rennteam IronForce hofft sie, sich über die Saison hinweg stetig zu verbessern und das Optimum aus den Möglichkeiten bei den ADAC GT Masters rauszuholen.

Angefangen hat alles 30 Minuten vom Nürburgring entfernt. Dort ist Marie-Line aufgewachsen und man könnte meinen, die rennsportliche Umgebung hatte einen direkten Einfluss auf ihren Lebensweg. Bereits von Kindheitstagen an ist die Studentin für Fahrzeugtechnik der FH Köln im Kartsport aktiv. Mit ihrem eigenen Ringtool E36 M3 – ein für den Motorsporteinsatz auf Rennstrecken modifiziertes Fahrzeug – war sie später selbst auf der Nordschleife aktiv. „Wie das als Jugendlicher aber so ist, ist man chronisch pleite. Aus Mangel an Budget bin ich dann in die passive Motorsport-Rolle geschlüpft und konnte so mein großes Interesse an der Technik und dem Schrauben ausleben.“, erzählt die Wahlkölnerin.

Datenanalyse – pure Berufung

An den Rennwochenenden der ADAC GT Masters ist Marie-Line als Datenanalytikerin engagiert. „Das mache ich neben dem Studium auf eigene Rechnung.“, berichtet sie. Zu ihren Aufgaben gehört die Protokollierung und Analyse sämtlicher aufgezeichneter Daten aus dem Fahrzeug – von Laufzeiten über Motorvitalitätswerte bis zu Fahrwerkskennlinien. „Das klingt nach trockener Analyse, ist aber ein super spannendes Arbeitsfeld und ein wichtiger Part im Rennteam“, berichtet die sportbegeisterte Analytikerin. „Aber nicht nur die Performanceoptimierung liegt mit in meinen Händen, sondern auch die Kommunikation zwischen unserem Chefingenieur und unseren Mechanikern – da sind manchmal Dolmetscherfähigkeiten gefragt“, berichtet sie mit einem Augenzwinkern.

Nah und ungefiltert – die persönliche Begegnung

Ihr persönliches Highlight während ihrer bisherigen Tätigkeit: als Rennmechanikerin im Audi Sport Team Joest begegnete sie während der Startaufstellung des Le Mans 24h Rennens ihrem Rennidol Jacky Ickx. Dieser gab ihr lächelnd die Hand uns sagte, wie toll es sei eine Frau in einer solchen Position zu sehen. „Meine Knie waren butterweich“, kommentiert sie das Treffen.

Genauso können es die Rennsportsfans bei den ADAC GT Masters nun erleben. „Nah und ungefiltert. Während des Rennens ist man sehr fokussiert und hat keinen Blick dafür, was rund um das Rennen abgeht. Was aber in Oschersleben los war, der große Zuspruch und die Nähe der Fans, das war schon krass“, berichtet der Rennsportfan. „Dank unserer Social Media Aktivitäten bekomme ich nun auch im Nachgang deutlich mehr von den Geschehnissen rund um die Rennen mit“, ergänzt sie.

Erwartungen an die Saison

„Beim ersten Rennen in Oschersleben haben wir vor allen Dingen Lehrgeld bezahlt. Das hilft uns aber für die weiterführende Saison. Teamintern sind wir toll zusammen gewachsen und konnten einige Fortschritte für uns verbuchen. Sportlich haben wir uns in beiden Rennen nach vorne gekämpft, ein positives Zeichen für die weiteren Rennen“, berichtet die leidenschaftliche Crossfitterin. Ihre Erwartungen für diese Saison gehen in die gleiche Richtung: „Wir möchten zeigen, dass man mit uns rechnen muss. Wir sind eine extrem motivierte Mannschaft“.

Fußschutz für die Werkstatt

An den Rennwochenenden geht es heiß her. „Das Auto kann mit dem sehr niedrigen Frontsplitter gegen den Fuß rollen oder man steht vor einem Rad, wenn das Auto in Bewegung gerät. Ist mir zum Glück noch nicht passiert, aber das sind durchaus gängige Szenarien“, führt die 28-Jährige aus. Sicherheitsschuhe gehören für sie zwangsläufig zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) in einer Werkstatt. „Bisher sind mir nur mal Werkzeuge auf die Füße gefallen, da hat man dann die Sicherheitsschuhe zu schätzen gewusst. In erster Linie zählt an langen Tagen aber der Tragekomfort. Der Schuh muss flexibel und leicht sein“, führt sie weiter aus. An den Rennwochenenden trägt Marie-Line der MAJA Low ESD S2.


26. April 2018 / von Christoph Nordmann