Salvatore Rizzo – oder: italienische (Schuh-)Sehnsucht

  • Salvatore Rizzo

    Italienische (Schuh-)Sehnsucht

    Denise Pollex, 03.12.2016

Ein Mann und seine Maschine

Mit zwölf Jahren kam er nach Deutschland, mit 17 Jahren begann seine berufliche Karriere bei ELTEN. Heute ist der Italiener Salvatore Rizzo der dienstälteste Maschinenführer im Unternehmen. Wenn er über seine „Desma“ spricht, sieht man die Begeisterung in seinen Augen. Wir haben ihn zum Interview getroffen und über seine Arbeit, die Bedeutung von Maschinen für die Produktion und Urlaub in Sizilien mit dem Chef gesprochen.

Manchmal kommt es auf Millimeter an. Nicht nur beim Fußball, beim Hausbau oder im Straßenverkehr, auch bei der Herstellung von Sicherheitsschuhen entscheiden sie über Erfolg und Misserfolg. Salvatore Rizzo steht an seiner „Desma“, wie die Direktansohlungsmaschine aus dem gleichnamigen Hause unter den Mitarbeitern genannt wird. Mit Krakenarmen und einem drehenden Rondell, das an eine fliegende Untertasse erinnert, sieht die Desma aus wie aus einem Science-Fiction-Streifen made in Hollywood. Bevor die Desma die Sohlen an die Schäfte der Sicherheitsschuhe anspritzt, müssen diese aufgeraut werden – „damit die Sohle mit dem Schaft eine haltbare Verbindung eingehen kann“, erklärt Salvatore. Und eben hier ist Millimeterarbeit gefragt. Ein wenig zu viel und der Schaft ist kaputt. Etwas zu wenig und die Sohle klebt nicht richtig. Die Desma erledigt das Anrauen mit einer Präzision von +/- 0,1 Millimetern.

Seit 38 Jahren bei ELTEN

Über 6.000 Paar Schuhe am Tag schafft der Roboter dabei. Vor rund 38 Jahren undenkbar. Da begann Salvatore Rizzo seine berufliche Karriere im Hause ELTEN. Mit 17. Knapp fünf Jahre zuvor war er mit seinen Eltern aus Italien an den Niederrhein gekommen. Es folgten vier Jahre Schule, dann rief das Berufsleben. Erste Station war ein Wollhandel in Goch. Da hielt es Salvatore nur ein Jahr. „Damals war das ganz normal. Da hat man Freitag bei der einen Firma gekündigt und Montag hast du woanders angefangen.“ Gesagt, getan. Zwei befreundete Italiener hatten ihn von Goch nach Uedem gelockt. „Kurz darauf waren die aber auch schon wieder weg“, sagt Salvatore und lacht, nur um dann gleich nachzuschieben: „Aber ich, ich bin immer noch hier.“

Hier, das heißt für Salvatore bei seiner Familie. So bezeichnet er nämlich das Unternehmen und die Mitarbeiter. Und das nicht nur, weil zwei seiner Kinder inzwischen bei ELTEN arbeiten. „Ich bin hier groß geworden“, erklärt er. Sein „Wohnzimmer“ ist der Bereich rund um die Desma. Vier davon gibt es mittlerweile bei ELTEN. In drei Schichten sorgen verschiedene Teams für einen reibungslosen Ablauf der Produktion.

„Das Wichtigste ist die Qualität.“

Salvatore ist für die Maschine zuständig, an der die Sohlen und Zwischensohlen mit den Schäften der Sicherheitsschuhe verbunden werden. Zwei Mitarbeiter sind an der Desma damit beschäftigt, Schäfte aufzuziehen und die fast fertigen Schuhe wieder abzuziehen, Programme einzustellen und die Qualität zu überwachen. „Als 1982 die erste Maschine kam“, erinnert sich Salvatore, „waren noch fünf Mitarbeiter notwendig. Aber da ging auch noch nicht alles automatisch.“ Währenddessen schwenken und schwirren die Roboterarme durch die Luft In wenigen Sekunden presst die Desma das Sohlengemisch an den Schaft. Salvatore prüft mit kritischem Blick, ob keine Bläschen oder Beschädigungen zu sehen sind. „Die Qualität ist das Wichtigste“, sagt er. „Daran hat sich seit knapp 40 Jahren nichts verändert, seit ich unter dem damaligen Geschäftsführer Eugen van Elten hier angefangen habe“.

Für Salvatore ist sein Arbeitsplatz perfekt. „Wir sind ein Team. Ohne Teamarbeit würde es nicht gehen“, sagt er zufrieden. Dazu gehören aber nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Chefs. „Mit Eugen van Elten war ich sogar einmal im Urlaub“, verrät Salvatore. Natürlich in der Heimat, in Sizilien. Damals wie heute fühlt er sich wohl in seinem Job – bei allen technischen Veränderungen, die in den vier Jahrzehnten stattgefunden haben und die Salvatore hautnah als Maschinenführer erlebt hat.

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12. Januar 2017 / von Denise Pollex