Leben auf der Alp

  • Eine Hebamme in den Bergen

    Leben auf der Alp

    Christoph Nordmann, 16.07.2017

Ein (Teil-)Zeit Leben auf der Alp

Janna Ruping (33) ist Hebamme aus Köln. Doch jedes Jahr verschlägt es sie wieder für vier Monate auf die Alp. Hier lebt sie mit 30 anderen Damen – ihren Kühen! Lest mehr über unseren spannenden Besuch in den Alpen und die Arbeit von Janna als Älplerin in unserem Blog-Beitrag.

Das Läuten der Glocken, das sonore Atmen der Kühe, ein vertrautes Muhen – hier in der Natur kann man abschalten. Keine Menschenseele weit und breit, nur die Geräuschkulisse der Natur. „Ein idealer Ort, um zu entschleunigen, fernab des hektischen Großstadt- und Hebammenalltags“. Janna ist in ihrem Großstadtleben Hebamme in Köln. Der hektische Alltag, die Aufregung um die Geburt – all das kann Janna auf der Alp hinter sich lassen.

Zum Ausgleich gibt’s Kühe

Für vier Monate im Jahr verschlägt es die junge Kölnerin auf die Alp. Sie lebt mit und für ihre Kuhherde. „Früher kannte ich die Alp nur aus Heidi-Filmen. Als mir eine Arbeitskollegin dann Fotos aus dem Urlaub zeigte, war ich Feuer und Flamme und wusste – da will ich hin“, erklärt die Älpnerin. Seit 2013 opfert das gebürtige Nordlicht ihren Urlaub für Aufenthalte auf der Alp. „Ich habe immer in meinen Ferien auf der Alp geholfen, seit 2016 manage ich selber eine. Das wollte ich mir selbst beweisen“.

Zurück zu den Wurzeln

Das Leben auf der Alp ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Kein Strom, kein fließendes Wasser, Holzhacken für den Ofen und wenig Kontakt zur Außenwelt. „Durch die einfachen Lebensbedingungen merke ich, dass ich kaum etwas brauche um glücklich und zufrieden zu sein. Dinge vom materiellen Wert haben kaum noch eine Bedeutung. Innerlich und seelisch komme ich hier zu Ruhe.“, berichtet die Hebamme.

Was Sie antreibt? Die Liebe zur Natur und „ihre Mädels“. „Die Viehzucht hier auf der Alp ist echte Frauenpower. Ich bin ein Teil der Herde und ich spüre eine tiefe Verbundenheit mit den Kühen.“ So ist es nicht ungewöhnlich, dass sie mit der Herde auf ihre ganz eigene Art und Weise kommuniziert. „Man merkt durch die täglichen Beobachtungen, ob es den Tieren schlecht geht. Andersrum haben die Tiere allerdings auch ein Gespür dafür wie es mir geht – ein unglaubliches Gefühl“.

Verlassen können

Das alles klingt nach romantischen und pittoresken Filmszenen. Doch die Arbeit auf der Alp bringt einige Gefahren mit sich. „Holzhacken, über Stock und Stein kraxeln oder einfach sehr schwere Kühe, die aus Versehen auch mal auf dem Fuß stehen – hier kann man schnell mal umknicken oder stolpern, ausrutschen und sich verletzten. Ich habe mir auch schon mal das Becken nach einem Sturz geprellt – Erfahrungen, auf die man verzichten möchte“, erzählt Janna.

Wer im harten und unwegsamen Gelände unterwegs ist, braucht vernünftiges Equipment. „Gerade so weit weg von dem nächsten Städtchen ist es wichtig, dass man eine solide und verlässliche Grundausstattung hat. Von Werkzeug, über All-Wetter-Kleidung bis hin zu stabilen und rutschfesten Schuhen – ich muss mich auf meine Ausstattung verlassen können“, berichtet Janna. Dabei verlässt sie sich auf Sicherheitsschuhe von Elten. „Das hilft auch beim Abschalten – ich lebe meinen Traum.“


16. Juli 2018 / von Christoph Nordmann