Geballte Sicherheit an der Rennstrecke

  • Die Heikenroths

    Geballte Sicherheit an der Rennstrecke

    Christoph Nordmann, 07.07.2018

Sicherheit ist Teamwork

Marion und Guido Heikenroth verbindet mehr als nur ihre Ehe: die Passion Motorsport. Die beiden Berliner arbeiten an den Rennwochenenden als Sportwarte bei der Streckensicherung und sorgen für die nötige Sicherheit in der Boxengasse. Bei den ADAC GT Masters in Oschersleben hatten wir die Beiden vor der Linse und konnten mit dem außergewöhnlichen Pärchen über seine Aufgaben sprechen.

Seit zehn Jahren sind Marion und Guido Sportwarte. Die Leidenschaft für den Motorsport gibt es bei Guido schon seit der Jugend. „Seit ich 15 Jahre alt bin, habe ich mich dem Motorsport verschrieben und bin ihm auch treu geblieben. Diese Leidenschaft habe ich dann auch in meiner Frau geweckt“, erzählt der Angestellte im Öffentlichen Dienst. Kennengelernt haben sich die beiden bereits in der Schulzeit. Nach 30 Jahren auf einem Klassentreffen hat es dann aber erst gefunkt. „Ich habe sie an den Motorsport herangeführt und sie ist mit genauso viel Elan dabei wie ich.“, beschreibt Guido euphorisch. Marion ergänzt: „Man muss den Motorsport lieben und das tun wir beide in vollen Zügen“.

Marion arbeitet als sogenannter Yellow-Flag Posten bei den Rennen, Guido ist zur subjektiven Sicherheit in der Boxengasse unterwegs und bei den Rennen selber in der Startaufstellung. Dabei gilt es Zuschauer und Mechaniker aus dem Grid zu holen und beim „Indianapolis Start“ (Anm. d. Red.: fliegender Start in dreier Formation) die Mechaniker in die Boxen zu verweisen. „Erst wenn das Startfeld die Start-Ziel-Gerade der Rennstrecke komplett durchgefahren hat, dürfen Team und Mechaniker auf die Boxenmauer“, erklärt der Sportwart.

Der besondere Reiz der ADAC GT Masters

„So nah dran ist man selten – ein besonderes Feeling, der Kontakt zu den Teams, der über Jahre schon gereift ist“, konstatiert Marion. „Marion ist da sehr zugänglich und es gibt schon viele Mechaniker und Teammitglieder, die sie in den Arm nehmen und herzen. Das sind sehr schöne Moment“, ergänzt Guido sichtlich stolz.

Auge in Auge mit dem Fürsten

Viele Jahre im Rennsport bringen auch besondere Geschichten mit sich. 2014 fuhr Fürst Albert von Thurn und Taxis noch selber bei den GT Masters in einem Chevrolet Camaro mit. Während Guido die Startreihe beaufsichtigte, verließ der Fürst sein Auto und setzte sich auf die Boxenmauer. „Auf einmal lief Marion schnurstracks auf den Fürsten zu. Sie stellte sich vor ihn, legte die Hand auf seinen Oberschenkel und fing an zu brabbeln.“, berichtet Guido. Natürlich waren direkt die Bodyguards alarmiert. Doch der Fürst winkte ab. „Ich habe ihn nur gefragt, warum er nicht bei seinem Auto sei – das könnten die Mechaniker übernehmen. Guido musste mich nachher erstmal aufklären, wer das war, aber Rennfahrer ist für mich Rennfahrer.“, lacht Marion und betont den familiären Charakter der GT Masters.

Motorsport rund um die Uhr

Auch abseits der ADAC GT Masters sind die beiden Sportwarte im Rennsport aktiv. Ob bei den Motor GP auf dem Sachsensing, die DRX Autocross auf dem Lausitzring oder selbst als aktives Mitglied im Renntraining Moto Monster. Guido fährt selber mit Marion als Sozia auf der Rennstrecke eine Kawasaki ZX 10 R mit 215 PS. Seine Hausstrecke ist das Driving Center in Groß Dölln.

Vorbilder in Sachen Sicherheit

Als Sportwarte ist das eingespielte Team in Sicherheitsfragen ein Vorbild. „Im Motorsport sollte man zwingend Sicherheitsschuhe tragen, denn so wie die Autos in der Box abfahren, kann es schon mal passieren, dass nur ein paar Zentimeter zwischen Auto und Füßen sind“, berichtet Guido. Marion ergänzt: „Einen Unfall hatten wir glücklicherweise noch nicht. Greifen aber an 12 Stunden langen Tagen gerne auf bequeme Sicherheitsschuhe zurück.“ Bei den ADAC GT Masters trägt Guido den Sicherheitsstiefel Tommaso green Mid ESD S1P und Marion die MILA Low ESD S1.


7. Juli 2018 / von Christoph Nordmann