Auf dem Forellenhof

  • Auf dem Forellenhof

    Zwischen Fisch und Markt

    Christoph Nordmann, 02.03.2018

Butter bei die Fische

In Gräben, irgendwo zwischen Magdeburg und Potsdam, in der Ausflugsregion im Hohen Fläming, findet man auf der oft beschriebenen Dorfstraße einen ganz besonderen Hof. Der Forellenhof Rottstock züchtet eher ungewöhnliche Tiere. Neben Forellen und Saiblingen haben sich die Betreiber vor allem auf die Zucht von edlen Stören und deren Kaviar spezialisiert. Wir haben den Hof besucht und spannende Einblicke mitgebracht.

Matthias Engels (54) hat gemeinsam mit seiner Frau Susanne (49) im Oktober 2013 den Forellenhof Rottstock mit samt des Teams übernommen. Nach fast 20 Jahren im TV Geschäft hat es das Ehepaar irgendwann aufs Land und in die Natur gezogen. Ein Haken hinter den alten Lebensabschnitt ist gemacht. „Eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereue“, erzählt der gebürtige Ostfriese. Statt „Licht aus, Spot an“ sieht der Tagesablauf von Engels und seinem Team mittlerweile deutlich anders aus. „Hier muss noch richtig angepackt werden, damit man am Ende des Tages den Ertrag davon tragen kann“.

Wer bei der Fischzucht nur daran denkt, dass man ein paar Fische in ein Gewässer setzt, ab und zu Futter hineinwirft und nur warten muss, bis der Fisch gewachsen ist, irrt sich gewaltig.

Von der Kinderstube bis zum fertigen Fisch

Um ideale Bedingungen für die Fische zu schaffen, müssen die 25 Teiche regelmäßig gereinigt werden. Dazu wird das Wasser abgelassen und die Wasserpflanzen von Hand entfernt. Der Schlamm aus den Teichen wird heraus geschoben und weggefahren, im Anschluss wir der Boden noch mit Branntkalk desinfiziert. „Der Boden ist tief und rutschig, unsere Gerätschaften groß und schwer. Wir schieben den Schlamm mit einem Hoflader aus den leeren Teichen“, erklärt Engels.

Das Wachstum der Nachwuchsfische startet im Bruthaus. Regenbogenforellen, Bachforellen und Saiblinge werden groß gezogen bis sie in die Teiche gesetzt werden. Das Teichsystem inklusive der Siebe, die mit Rinnen an der Wasseranlage angeschlossen ist, müssen auch täglich gereinigt werden, um zu verhindern, dass die Fische versuchen zu „wandern“ und der Durchfluss des Wassers muss sichergestellt sein. Selbstredend werden die Fische jeden Tag gefüttert.

Volles Tagesprogramm

„Frische ist unser Thema. Täglich entnehmen wir Frischfisch aus unseren Teichen, für den Verkauf im Hofladen oder zur Lieferung an den Kunden“, berichtet der ehemalige Produktionsleiter. Um die gewünschten Fische aus den Teichen zu holen, wird klassisch ein Netz verwendet. Die entnommenen Fische werden in der hauseigenen Produktion geschlachtet. Ausnehmen, weiterverarbeiten – dabei wird mit spitzen und scharfen Messern hantiert.

Zusätzlich sorgen sechs Räucheröfen für ein entsprechendes Aroma des Frischfisches. Damit der Räucherfisch noch warm in den Hofladen kommt, werden die Öfen täglich angeheizt. „Wir fällen für unsere Öfen jährlich mehrere Erlen. Kleinsägen, spalten – auch hier ist echte Handarbeit gefragt.“, führt Engels aus. Von der Produktion aus kommen die frischen Produkte direkt in den Verkauf im Hofladen.

Mit dem fertigen Produkt zum Markt

Doch mit der Zucht und der Nachbearbeitung ist es noch lange nicht getan. Regelmäßig steht Engels mit seinen Produkten auf dem Markt. Da heißt es Kisten packen, Hubwagen schieben, lange im Verkaufswagen stehen und die Produkte an den Mann oder die Frau bringen. „Mir ist mittlerweile vor allem der Komfort von Sicherheitsschuhen wichtig, wenn man von früh morgens an auf den Beinen ist.“, führt der Hobbyimker aus.

Unterschiedlichste Herausforderungen für die PSA

Bei den verschiedenen anspruchsvollen Aufgaben die in der Forellenzucht anfallen, wundert es nicht, dass die Ansprüche an die persönliche Schutzausrüstung hoch sind. „Robust und wasserdicht auf der Anlage, leicht und bequem im Marktstand oder im Hofladen. Und Sicherheitsschuhe machen bei uns überall Sinn und sind auch Pflicht bei uns auf der Anlage. Unsere Hoflader und der Mini-Bagger unterscheiden nicht auf welchem Untergrund sie Dinge ablegen, da sollten die Füße schon geschützt sein.“, erklärt Engels und ergänzt: „Ich laufe jeden Tag zehn bis zwanzig Kilometer auf der Anlage, da macht die Qualität des Schuhs einen großen Unterschied.“

Überzeugungstäter

Wenn man den Forellenzüchter fragt, was ihn jeden Tag antreibt, sprudelt es aus ihm heraus: „Tag für Tag wieder diese harte, ehrliche Arbeit zu leisten funktioniert nur, wenn man die Überzeugung hat, das Richtige zu tun. Die Resonanz unserer Kunden, die uns in unserer Tätigkeit bestätigen, bestärkt meine Frau und mich bei unseren Bemühungen“, erzählt er zum Ende des Gesprächs. Ausgestattet mit den richtigen Sicherheitsschuhen, kann sich Engels voll und ganz auf seine Leidenschaft konzentrieren.

 


2. März 2018 / von Christoph Nordmann